Kunstnägel selbst zu entfernen ist nicht leicht. Foto: Adobestock

Kunstnägel erfreuen sich große Beliebtheit. Sie sind stabil, der Nagellack hält länger und die Hände sehen einfach immer gepflegt aus. Doch da Kunstnägel auf den Naturnagel aufgebracht werden und dieser natürlich wächst, wachsen die Kunstnägel fleißig mit. Regelmäßige Besuche im Nagelstudio des Vertrauens sorgt für professionelles Auffüllen, Entfernen und Neumodellage. Doch in Zeiten wie der Corona-Pandemie, wenn das Nagelstudio geschlossen hat, braucht es Alternativen zum Selbermachen.

Kunstnägel rauswachsen lassen

Einfachste, aber hässlichste Lösung, ist das Herauswachsen lassen der Kunstnägel. Wer die Geduld mitbringt und unschöne Ränder in Kauf nehmen möchte, sollte die Nägel so weit wie möglich kürzen und gerade feilen. Hier empfehlen sich spezielle Nagelfeilen für Kunstnägel. Andernfalls riskieren Sie, dass der Kunstnagel abreißt und das kann nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern den gesunden Naturnagel im schlimmsten Fall mitreißen. Der Gang zum Arzt ist dann unerlässlich.

Kunstnägel aus Fiberglas mit Aceton entfernen

Ein Aceton-Bad löst Kunstnägel gut ab. Foto: Adobestock

Wer Kunstnägel aus Fiberglas auf den Nägeln trägt, ist klar im Vorteil. Diese lassen sich ganz einfach mit Aceton ablösen, ohne dabei den Naturnagel zu schädigen. Aber Vorsicht! Aceton ist hoch giftig und gehört nach Gebrauch in den Sondermüll! Reines Aceton bekommt man in der Apotheke und sollte es gut verschlossen und kühl lagern. Zum Ablösen der Fiberglas-Nägel gießt man etwas Aceton in eine Keramikschale. Es reicht so viel Flüssigkeit, dass beim Eintauchen der Nägel diese knapp bedeckt sind. Als „Beschleuniger“ kann die Schale mit dem Aceton in ein heißes Wasserbad gestellt werden. Die Wärme beschleunigt den Ablösevorgang. Um das Einatmen der giftigen Dämpfe zu verhindern, legen Sie ein kleines Handtuch über die Schale und fixieren es unter der Handfläche. Nach ca. 10 bis 15 Minuten können die Fiberglasnägel mit Haushaltspapier abgelöst werden. Bearbeiten Sie eine Hand nach der anderen., sonst laufen Sie Gefahr, das Aceton auf Kleidung oder Gegenstände zu kleckern. Den Rest Aceton füllen Sie einfach wieder in die Flasche. Am besten geht das mit einem kleinen Trichter aus Kunststoff.

Kunstnägel aus Gel mit Nagelkappen-Klammern entfernen

Nagelkappen-Klammern sorgen für gutes Ablösen von Kunstnägeln. Foto: Adobestock

Die Entfernung von Gel-Nägeln funktioniert ähnlich wie die der Fiberglasnägeln, dauert aber wesentlich länger. Mindestens 30 Minuten müssen die Fingerkuppen im Acetonbad verharren, damit die Schichten sich lösen. Eine Tortur für die empfindliche Nagelhaut. Alternativ gibt es so genannte Nagelkappen Klammern. Diese werden gemeinsam mit einem in Aceton-haltigem Nagellackentferner getränkten Wattebausch und Alufolie über die Finger gestülpt und sorgen so für das Ablösen der Gelschichten. Auch hier liegt die Einwirkzeit bei mindestens 30 Minuten und die Nagelhaut wird geschädigt. Letztere kann durch spezielle Pflegeprodukte aber gut regeneriert werden.

Kunstnägel mit Feilen abschleifen – keine gute Idee

Kunstnägel mit der Feile entfernen ist keine gute Idee. Foto: Adobestock

Letzte, aber nicht zu empfehlende Methode ist das Ablösen der Kunstnägel durch Abschleifen oder Abfeilen. Hierzu werden oft elektronische Feilen genutzt, die zwar für Pediküre und Maniküre sehr zu empfehlen sind, aber zur Entfernung von Kunstnägeln definitiv nicht verwendet werden sollten. Die Gefahr, den Naturnagel dauerhaft zu schädigen oder sich ernsthaft zu verletzen ist einfach zu groß.

Für alle Methoden gilt: Naturnägel und Nagelhaut nach Ablösen der Kunstnägel unbedingt verwöhnen! Dazu Nagelöl reichlich und vor allem regelmäßig verwenden. Für die Naturnägel empfiehlt sich dazu eine Kur mit einem guten Nagelhärter.